Bauchdeckenreflex (BDR)
Automatisches Zusammenziehen der Bauchmuskeln als Reaktion auf einen Schlag gegen den Rippenbogen oder das Schambein.
Bauchdeckenspannung
Spannung der Bauchmuskeln. Eine brettharte Bauchdecke ist typisches Symptom für eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) beispielsweise durch Flüssigkeit, die aus verletzten Bauchorganen ausgetreten ist.
Bauchfell (Peritoneum)
Dünne Haut, die große Teile des Bauchraums wie eine Folie auskleidet und die meisten inneren Organe umgibt. Das Bauchfell hat eine Fläche von 1,5–2 m2 und besteht aus zwei Schichten (dem inneren und dem äußeren Blatt). Es kann Stoffe aus der Umgebung aufnehmen und austauschen. Diese Fähigkeit macht man sich z.B. bei der Peritonealdialyse zunutze. Der Raum zwischen den Bauchfellblättern heißt Peritonealraum. Einige Organe sind an einer Bauchfellfalte (Gekröse) aufgehängt und mit dem Bauchfell verbunden, z.B. der Dickdarm. Das Bauchfell ist sehr schmerzempfindlich und entzündet sich leicht, wenn Darminhalt, Verdauungssäfte oder Gallenflüssigkeit in die Bauchhöhle eindringen. Eine Bauchfellentzündung ist lebensgefährlich.
Bauchfistel
Verbindungsgang zwischen Bauchhöhle und Körperoberfläche (äußere Bauchfistel) bzw. zwischen zwei Organen innerhalb des Bauches (innere Bauchfistel). Fisteln sind entweder angeboren oder entstehen, wenn Entzündungen wie der Morbus Crohn oder Verletzungen falsch verheilen. Je nach Ursprung treten aus einer äußeren Bauchfistel Stuhl, Urin oder andere Körpersäfte aus. Der Arzt verhindert diesen Flüssigkeitsaustritt soweit wie möglich, um die Bauchfistel trocken zu halten. Innere Bauchfisteln und in schweren Fällen äußere Bauchfisteln werden operativ entfernt.
Bauchglatze
Fehlende Behaarung von Brust, Bauch und Genitalbereich beim Mann. Die Bauchglatze ist ein häufiges Zeichen von Lebererkrankungen (vor allem Leberzirrhose) mit dadurch ausgelösten Hormonstörungen. Oft tritt gleichzeitig eine Brustvergrößerung (Gynäkomastie) auf.
Bauchhöhle (Cavitas abdominalis)
Vom Bauchfell ausgekleideter Hohlraum, der die Eingeweide enthält. Die obere Grenze der Bauchhöhle bildet das Zwerchfell, unten endet sie am Beckenboden.
Bauchmuskeln
Die Muskeln der Bauchwand werden nach ihrem Verlauf unterteilt in:
- Gerade vordere Muskeln, die von den unteren Rippen zum Schambein ziehen.
- Schräge seitliche Muskeln, die in mehreren Lagen von den unteren Rippen der einen Seite zum Hüftknochen der anderen Seite ziehen. Sie bilden vorne auf dem Bauch eine Sehnenplatte (Rektusscheide), in welcher der gerade vordere Bauchmuskel verläuft.
- Tiefe Bauchmuskeln, die an der Rückwand des Bauches im Bauchraum von den unteren Rippen zum Becken ziehen.
Bauchpunktion
Anstechen der Bauchhöhle zur Entnahme von Flüssigkeiten. Ärzte nutzen Bauchpunktionen sowohl zur Diagnose als auch zur Behandlung von Erkrankungen, wie einer Bauchfellentzündung, Bauchwassersucht (Aszites) oder eines Bauchdeckenabszesses.
Bauchspeicheldrüsentransplantation
Verpflanzung der Bauchspeicheldrüse. Nach einer Bauchspeicheldrüsentransplantation produziert der Patient wieder körpereigenes Insulin. Da er nach einer Organverpflanzung lebenslang Medikamente einnehmen muss, die das Abwehrsystem unterdrücken, wird außer der Bauchspeicheldrüse häufig auch eine Niere transplantiert.
Bauchwand
Vordere und seitliche äußere Begrenzung des Bauchraumes aus mehreren Schichten. Von außen nach innen setzt sich die Bauchwand zusammen aus Haut, Unterhaut, Bindegewebe (Faszien), den Bauchmuskeln, einer weiteren Schicht Bindegewebe und dem Bauchfell. Die Bauchwand schützt die inneren Organe, hilft beim Ausatmen und ist an den Rumpfbewegungen beteiligt. An Schwachstellen in der Bauchwand können Eingeweide nach außen dringen (Eingeweidebruch), wobei sich ein Hautsack bildet.